Innerer Frieden durch Schreiben – warum Ruhe nicht im Außen entsteht

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Was uns Menschen wohl alle verbindet, ist – glaube ich – diese Sehnsucht, endlich anzukommen, nicht mehr weiter suchen zu müssen, sondern inneren Frieden zu finden. Dafür würden wir oft alles geben, nehmen vieles in Kauf. Wir widmen uns der Stille in der Meditation, praktizieren Yoga, Tai Chi oder Qigong. Wir arbeiten mit unserem Atem, gehen in die Natur, hören Entspannungsmusik. Wir sind kreativ, malen, schreiben. Das alles sind Methoden, mit denen wir bewusst unsere Aufmerksamkeit auf den Körper oder die Sinne lenken. Wir wenden uns nach innen und erschaffen so Raum für inneres Still-Werden. 

Was ich bei meiner Arbeit als zertifizierte Schreibtherapeutin jedoch oft wahrnehme, sind zwei Faktoren, die uns daran hindern, unser Ziel zu erreichen. Erstens verlieren wir oft die Geduld, weil es uns nicht schnell genug geht. Zweitens erwarten wir, dass sich durch diese Praktiken – wie auf Knopfdruck – unser Leben verändert. Das ist aber nicht möglich, weil der größte Teil unseres Alltags noch in den alten Mustern und Strukturen verläuft. Wir fallen sofort wieder in den gewohnten Trott. Achten nicht auf die Zeichen unseres Körpers, lassen uns von unseren Gedanken durch den Tag steuern und wundern uns am Abend, dass wir erschöpft ins Bett fallen. 

Innerer Frieden bedeutet in meinen Augen nicht, dass alles zu jeder Zeit gut ist. Innerer Frieden beginnt dort, wo ich aufhöre gegen etwas anzukämpfen. Sei es im Außen oder in meinem Inneren. Und das therapeutische Schreiben ist eine effektive Möglichkeit, diesen inneren Kampf zuerst einmal wahrzunehmen, um ihn dann Schritt für Schritt aufzulösen. Wie eng innere Sicherheit und Schreiben zusammenhängen, erfährst du auch in meinem Blogartikel ‚Selbstbewusstsein stärken durch Schreiben – wie du über Worte innere Sicherheit findest‘.

Frau schreibt ruhig in ein Notizbuch und findet innere Klarheit.

Schreiben bringt Gedanken in Bewegung und Gefühle ins Fließen.

Was Schreiben mit innerer Ruhe zu tun hat

Schreiben ist ein introvertierter Vorgang. Wir sitzen ruhig auf unserem Platz, halten einen Stift in der Hand, vor uns liegt ein Stück Papier und wir beginnen Worte darauf zu setzen. Wenn wir darin etwas geübter sind, ist es wie das Eintauchen in einen Fluss. Wir lassen uns treiben, spüren die Strömung und vertrauen darauf, dass sie uns dahin trägt, wo es für uns das Wichtigste zu fühlen gibt. 

Bei diesem Vorgang passieren mehrere Dinge gleichzeitig:

  1. 1
    In mir entsteht Klarheit und ich erkenne ganz deutlich, wo ich stehe und was ich verändern kann oder auch muss, um die Situation aufzulösen oder mich darin wohler zu fühlen.
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    Es entlastet mich – das ist körperlich spürbar. Und je entspannter ich bin, desto zufriedener bin ich.
  3. 3
    Meine Persönlichkeit entwickelt sich und ich ‚verstehe‘ es auch.
  4. 4
    Zusammenhänge werden klarer und dadurch erkenne ich deutlich, wo ich mir selbst im Weg stehe.
  5. 5
    Ich gewinne Einsichten, kann meine Gedanken und Gefühle in Worte fassen und nehme ihnen dadurch die Schwere.
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    Ich wechsle die Perspektive und verstehe Menschen und Dinge besser. Dadurch bin ich viel offener für andere Ansichten.

Es ist fast so, als ob das Schreiben wie ein Besen wirkt, der sanft über den Boden streicht. Der das Laub und den Staub beiseite fegt und das wunderschöne Mosaik freilegt, das darunter verborgen ist. Und dabei geht es nicht um ein perfektes Bild. Denn erst durch die herausgebrochenen Ecken und Kanten beginnt seine wahre Schönheit zu wirken.

Nachdenkliche Frau am Fenster als Symbol für innere Prozesse und Selbstreflexion.

Innerer Frieden entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch Bewusstheit.

Warum innerer Frieden nichts mit Perfektion zu tun hat

Innerer Frieden – das hört sich so friedlich an. So perfekt. Aber das ist es nicht. Zumindest nicht nach meiner Erfahrung. Denn dieses Gefühl von innerer Ruhe ist ein Prozess. Ein Prozess, bei dem es Ups and Downs gibt. Immer wieder. Egal, wie lange wir uns schon mit innerer Arbeit beschäftigen. Was sich verändert, ist die Intensität und wie schnell wir uns wieder reguliert bekommen. Und das vergessen viele und sind dann enttäuscht, wenn sie wieder in das alte Verhalten zurückfallen. Wenn statt dem inneren Frieden eben doch wieder die Angst, die Hoffnungslosigkeit oder der Frust auftaucht. 

Wenn wir uns aber von Anfang an bewusst machen, dass genau DAS der Weg ist, dann verändert sich die Haltung dahinter. Wir gehen dann nicht davon aus, dass wir es einmal verstehen müssen, und dann für immer ändern können. Denn das ist einfach nicht möglich. Im Gegenteil. Je mehr der Verstand, die Logik eingreift, desto größer ist die Gefahr, dass wir auf der Stelle stehen bleiben. Denn der Verstand ist Teil des ‚Problems‘. 

Die Rolle des Verstandes

Der Verstand ist darauf programmiert, unser Leben zu erhalten. Komme was wolle. Und dafür hat er sich in den ersten sieben Jahren unseres Lebens Strategien zurecht gelegt. Nur sind wir jetzt erwachsen und die ‚Gefahren‘ aus der Kindheit, wie z.B. die Angst ohne unsere Eltern nicht überleben zu können, sind für uns schon lange kein Thema mehr. – Unser Verstand handelt aber immer noch so. Und hier liegt der Hund begraben.

Es geht darum, uns dieser alten Automatismen bewusst zu werden und dann anders zu handeln. Und das nicht nur einmal, sondern oft – denn dieser Weg ist in unserem Bewusstsein einzementiert. Und das braucht etwas Zeit, viel Geduld und tiefes Mitgefühl für uns. Nur so können wir dieses Gefühl von innerem Frieden bei uns kultivieren.

Frau schreibt regelmäßig in ihr Notizbuch bei Kerzenlicht.

Veränderung entsteht oft leise — Wort für Wort.

Was sich durch regelmäßiges Schreiben verändert 

Das therapeutische oder achtsame Schreiben kann uns eine große Hilfe dabei sein. Weiter oben bin ich schon darauf eingegangen, was beim Schreiben alles gleichzeitig passiert. Angefangen bei der Klarheit, die sich einstellt, über den anderen Umgang mit unseren Gedanken & Gefühlen, der seelischen und körperlichen Entlastung, bis hin zu einer anderen Wahrnehmung von Menschen und Situationen. Und je regelmäßiger wir schreiben, desto deutlicher erleben wir diese Auswirkungen. Und das verändert, wie wir uns selbst erleben. Mehr noch: Die Art, wie wir unser eigenes Leben erleben.

Vielleicht hört sich das für dich etwas eigenartig an. Das kann ich vollkommen nachvollziehen – nur ändert das nichts an der Tatsache. Manchmal wünschte ich mir, dass Menschen in mein Inneres blicken könnten, miterleben könnten, wie viel Leichtigkeit und Freude dadurch in mein Leben gekommen ist. Und damit will ich nicht sagen, dass mein Leben heute ohne Herausforderungen ist. Beileibe nicht! Aber es fühlt sich nicht mehr so schwer an, wie es früher oft der Fall war. Das Drama hat sich aus meinem Leben verabschiedet. Und das, obwohl ich eine wahre Drama-Queen war.

Seitdem das Schreiben Teil meines Lebens ist, hat sich alles verändert. Und wenn du spürst, dass sich in deinem Leben etwas grundlegendes verändern darf, du aber noch keine Ahnung hast, wie du das bewerkstelligen kannst, lade ich dich zu IN BETWEEN ein. Ein Erfahrungsraum, in dem du dich selbst besser kennenlernst und beginnst alte Muster aufzulösen. Denn Schreiben ist ein faszinierendes Medium, das eine unsichtbare Kraft beinhaltet, die leider oft unterschätzt wird.

Frau schreibt entspannt in ein Notizbuch als Einstieg in eine Schreibmeditation.

Schreiben kann ein stiller Weg zurück zu dir selbst sein.

Eine Schreibmeditation für mehr inneren Frieden

An dieser Stelle gebe ich dir normalerweise ein paar Schreibimpulse mit auf den Weg. Heute möchte ich dich allerdings zu einer kleine Meditation einladen. Mach es dir gerne irgendwo bequem, setze dich aufrecht hin, damit dein Atem frei fließen kann und lausche meiner Stimme. Und wenn du Lust hast, dann richte dir etwas zum Schreiben her, um danach in diesen Fluss einzutauchen und dich der Strömung anzuvertrauen.

Doris Hönig lädt mit Connect Yourself zu einer stillen Reise zurück zu sich selbst ein.

Eine stille 3-Tages-Reise zurück zu dir selbst.

Innerer Frieden ist kein Ziel – sondern ein Weg zurück zu dir

Innerer Frieden ist in meinen Augen eines der schönsten Ziele, die wir uns setzen können. Und gleichzeitig ist es kein klassisches ‚Ziel‘, das wir verfolgen können. Es ist eher wie ein Spaziergang im Mondlicht. Wir können nur ein oder zwei Schritte erkennen, der Weg selbst liegt im Schwarz der tiefen Nacht. Und doch können wir dieses warme, gelbe Mondlicht für unseren weiteren Weg nutzen und darauf vertrauen, dass wir von ihm geleitet werden. 

Das therapeutische Schreiben ist ein wunderbarer Begleiter auf diesem Weg. Wenn du das mal ausprobieren möchtest, lade ich dich zu meiner stillen 3-Tages-Reise ‚Connect Yourself‘ ein. Packen musst du nichts für diese Reise. Stift und Papier sind alles, was du dazu brauchst. 


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Selbstbewusstsein stärken durch Schreiben – wie du über Worte innere Sicherheit findest

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Wenn du nach dem Lesen spürst, dass du dir selbst noch näherkommen möchtest, lade ich dich zu einer stillen 3-Tage-Reise ein.

ÜBER DORIS HÖNIG

Doris Hönig ist zertifizierte Schreibtherapeutin und begleitet Frauen dabei, durch therapeutisches Schreiben Klarheit, innere Sicherheit und eine tiefe Verbindung zu sich selbst zu finden.

ÜBER DORIS HÖNIG

Doris Hönig ist zertifizierte Schreibtherapeutin und begleitet Frauen dabei, durch therapeutisches Schreiben Klarheit, innere Sicherheit und eine tiefe Verbindung zu sich selbst zu finden.

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