FOMO: Warum wir ständig Angst haben, etwas zu verpassen

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🎧 Zwischen Wort und Stimme

Dieser Artikel ist Teil meiner Hörbibliothek „Zwischen den Worten“.

Wann hast du das letzte Mal das Gefühl gehabt, dass das Leben der anderen schöner, erfolgreicher, glücklicher oder leichter ist als dein eigenes? Das Gefühl, am falschen Ort zu sein, weil woanders mehr los ist oder die bessere Party stattfindet? 

Dieses Gefühl, etwas zu verpassen – kurz FOMO: Fear of Missing Out – kennen wir wohl alle auf die eine oder andere Weise. Und das hat mich neugierig gemacht. Warum ist das so und sind wir ihm hilflos ausgeliefert? 

Worauf ich dabei gestossen bin, wird dich vielleicht überraschen und hat mit einem Gefühl zu tun, auf das ich bereits in einem früheren Beitrag „Innerer Frieden durch Schreiben" eingegangen bin. 

Warum FOMO viel mehr ist als Social Media

FOMO ist in aller Munde und wird oft in einem Atemzug mit Social Media genannt. Aber diese Angst, etwas zu verpassen, gab es schon lange vor Instagram & Co. Und wahrscheinlich wird es sie auch in Zukunft geben. Denn es liegt im Wesen des Menschseins, dass wir dazugehören wollen. Und genau deshalb möchten wir auch die ‚richtigen‘ Entscheidungen treffen. Das Phänomen ‚Social Media‘ rückt diese Angst lediglich ins Rampenlicht.

Der wohl größte Unterschied zwischen damals und heute liegt in der Häufigkeit. Früher gab es meist nur situationsbezogene Momente, in denen wir uns ausgeschlossen gefühlt haben, weil wir zum Beispiel zu spät von der Party erfahren haben oder bei einem Gespräch nicht dabei sein konnten, das uns wichtig war. Das Gefühl von Ausgeschlossensein oder Neid war nicht allgegenwärtig. Anders als heute, wo es durch die sozialen Medien scheinbar in der Luft liegt. Schon nach wenigen Minuten Scrollen nehmen wir an zig Highlights im Leben von anderen Menschen teil. Der Vergleich mit unserem eigenen Leben ist naheliegend und führt scheinbar unweigerlich zu diesem Gefühl.

Bei genauerem Hinsehen geht es aber weniger um das Ereignis im Außen als vielmehr um das Erleben in unserem Inneren.

Die Angst, etwas zu verpassen, entsteht oft aus der Sehnsucht nach Verbindung.

Oft sehnen wir uns nicht nach dem Ereignis, sondern nach dem Gefühl dahinter.

Die Angst, etwas zu verpassen, ist oft die Sehnsucht nach Verbindung

Die Frage ‚Was suchen wir eigentlich?‘ kann uns ein gutes Stück weiterbringen. Das klingt vielleicht banal, ist es aber nicht. Denn wenn wir verstehen, wonach wir uns tief in unserem Innersten sehnen, können wir anders damit umgehen. 

Wenn wir zum Beispiel das Gefühl haben, dass das Leben eines anderen Menschen viel erstrebenswerter ist als das eigene, lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen. Was genau macht das Leben besser als das eigene? Was wünsche ich mir, was in meinem Leben fehlt? 

Je tiefer wir uns mit diesen Fragen beschäftigen, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir auf einen Kern stossen, aus dem die Angst, etwas zu verpassen, gespeist wird. Der Sehnsucht dazuzugehören, mit anderen Menschen verbunden zu sein und endlich anzukommen. 

Doch oft kommen wir gar nicht so tief. Wir spüren nur diese Angst, etwas zu verpassen, ein weniger erfülltes Leben zu führen, als andere. Und automatisch richtet sich unser Fokus auf Dinge, die uns dabei helfen sollen, das ersehnte Ziel zu erreichen. Ein Buch, ein Kurs, eine Reise, ein… die Liste scheint kein Ende zu nehmen. Mit etwas Glück verändert sich tatsächlich etwas. Aber in den meisten Fällen kehrt dieses altbekannte Gefühl nach kurzer Zeit wieder zurück. 

Und selbst wenn wir zu diesem Kern vorstossen und erkennen, woraus die Angst gespeist wird, verändert sich noch nichts. Denn wir suchen immer noch an der falschen Stelle. 

Das eigentliche Problem ist nicht FOMO

Vielleicht erinnerst du dich noch an die Frage vom Anfang: Sind wir diesem Gefühl hilflos ausgeliefert? Ich glaube nicht.

Der entscheidende Punkt ist, worauf wir unseren Fokus richten. Und im Normalfall liegt er im Außen. Bei Menschen, die uns helfen, erfolgreich zu werden. Bei Kursen, in denen wir lernen, uns besser zu organisieren oder uns selbst zu lieben. An Orten, die uns ermöglichen, aus unserem alltäglichen Leben wenigstens für eine zeitlang auszusteigen.

Doch stell dir einmal vor, was passiert, wenn du den Fokus nach innen richtest. Auf dich. Auf deine Gefühle. Auf deine Wünsche. – Aber ohne, dass du gleich eine Lösung suchst. Einfach nur auf dich.

Denn da befindet sich die Leerstelle, die aus meiner Sicht das eigentliche Problem verursacht. Wir fühlen uns nicht mehr. Wir sind immer bei den anderen. Immer im Außen. – Und bemerken es nicht einmal.

Sobald ein Gefühl hochkommt, passieren normalerweise zwei Dinge. Entweder, wir relativieren es, indem wir uns sagen, dass es ja nicht so schlimm ist. Oder wir schieben es beiseite und suchen eine Lösung. In beiden Fällen nehmen wir das Gefühl nicht wahr. Wir übergehen es.

Wenn wir es aber da sein lassen, einfach spüren, verändert sich etwas. Nichts großartiges, aber etwas tiefes. Und je öfter wir das tun, desto deutlicher spüren wir die Wirkung. Weniger im Außen – da kann noch alles aussehen wie vorher – aber im Inneren. Wir erleben Situationen ganz anders, weil wir wieder mit uns selbst verbunden sind. 

In uns entsteht ein innerer Frieden, der uns durch den Alltag begleitet. Und gleichzeitig nehmen wir unsere innere Stimme wieder bewusster wahr. Denn die innere Ruhe und die innere Stimme sind miteinander verknüpft. Wenn du diesen Gedanken vertiefen möchtest, lies gerne meinen Blogartikel „Innere Stimme hören lernen“, darin gehe ich auch auf die Rolle ein, die das Schreiben dabei hat.

Eine Frau schreibt mit Stift in ein Notizbuch.

Zwischen den Zeilen entdecken wir oft mehr, als wir erwartet hätten.

Schreiben bringt den Blick zurück zu dir

Wenn wir uns mit Stift und Papier hinsetzen und unsere Gedanken einfach fließen lassen, passiert etwas mit uns. Wir öffnen uns wie eine Blüte. Und dadurch kommen Gedanken zu uns, auf die wir sonst keinen Zugriff haben. Nicht mit dem bewussten Verstand. 

Denn bei dieser Art des Schreibens geht es um eine Verbindung, die wir viel zu selten aktivieren: Die Verbindung zu unserem Bauchgefühl, unserer Intuition. Und aus dieser Quelle sprudelt etwas ganz anderes als aus unserem Verstand. Denn der kann nur auf Altbekanntes zurückgreifen. Das ist auch der Grund, warum wir uns immer und immer wieder in Gedankenschleifen wiederfinden.   

Aber es geht nicht nur um ‚frische‘ Gedanken. Es geht vor allem darum, mit sich selbst in Verbindung zu sein. Und wenn wir das sind, vergleichen wir uns nicht mehr mit anderen und das Außen verliert an Bedeutung. FOMO wird immer seltener und die ‚Suche nach dem Glück‘ hat ein Ende. 

Ein Schreibimpuls gegen das ständige Suchen

Das Schreiben ist unglaublich facettenreich. Was es für unterschiedliche Arten des Schreibens gibt und wie du es für dich im Alltag nutzen kannst, findest du in meinem Blogartikel „Journaling lernen: Die besten Methoden und therapeutische Alternativen“.

An dieser Stelle möchte ich dir eine Technik an die Hand geben, die wirklich erstaunlich ist: das Serielle Schreiben. Ich vergleiche es gerne mit einer Art Trance, in der du einen Satzbeginn immer wieder beendest und in einer neuen Zeile wieder beginnst. Ohne dabei nachzudenken oder Angst davor zu haben, dass dir nach dem vierten Mal nichts mehr einfällt. Du darfst dich gerne wiederholen, denn es geht nicht darum, jedes Mal etwas Neues oder Kluges zu schreiben. Es geht einzig und allein darum, zu beobachten, was sich dir auf dem Papier zeigt.

Such dir als erstes eine Situation, die dich vielleicht schon länger stört oder ein Thema, das du gerne verändern möchtest. Nimm dir dann Stift und Papier, stell dein Handy auf 15 Minuten und beende den folgenden Satz immer wieder, bis das Zeichen kommt:

Es ist vielleicht nicht das, was ich mir vorgestellt habe, aber…

Ganz wichtig bei dieser Technik ist, dass du den Satzbeginn immer wieder ausschreibst – ohne ihn abzukürzen oder ‚…‘ zu schreiben. Sonst kann sich die Wirkung nicht entfalten. Viel Spaß dabei und ich bin gespannt, was du beobachtest.

Connect Yourself – 3-Tages-Reise zum therapeutischen Schreiben.

Drei Tage, die dich wieder mit dir selbst verbinden.

Was wir suchen, liegt nicht im Außen

Es gibt unwahrscheinlich viele Tipps, was gegen FOMO hilft. Angefangen beim aufmerksameren Umgang mit Social Media, über Dankbarkeits- und Atemübungen bis hin zu FOJO, also der Freude, bewusst etwas zu verpassen. Das alles ist wichtig. Keine Frage. 

Und doch habe ich oft das Gefühl, dass es nur das Symptom bekämpft, nicht aber die Ursache. Und die liegt meiner Meinung nach in der fehlenden Verbindung zu uns selbst. Diese Verbindung ist ganz einfach wiederherzustellen – auch wenn es nicht immer leicht ist, unser Verhalten dahingehend zu verändern. Denn unsere Gewohnheiten sind oft tief in uns verankert. Als kleinen ersten Schritt lade ich dich zu „Connect Yourself“ ein. Eine 3-Tages-Reise, in der du dich schreibend auf den Weg machst, dich mit dir zu verbinden. 

Und vielleicht fragst du dich an dieser Stelle, warum wir immer wieder in alte Muster fallen, obwohl wir doch längst verstanden haben, dass sie uns nicht guttun. – Hier beginnt ein neues, ein sehr spannendes Thema: Die unsichtbaren Mechanismen, mit denen wir uns selbst im Weg stehen. Darüber geht es in meinem nächsten Blogartikel.


Vielleicht magst du noch bleiben. Diese Texte könnten dich begleiten.

Test #5

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Test #4

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Wenn du nach dem Lesen spürst, dass du dir selbst noch näherkommen möchtest, lade ich dich zu einer stillen 3-Tage-Reise ein.

ÜBER DORIS HÖNIG

Doris Hönig ist zertifizierte Schreibtherapeutin und begleitet Frauen dabei, durch therapeutisches Schreiben Klarheit, innere Sicherheit und eine tiefe Verbindung zu sich selbst zu finden.

ÜBER DORIS HÖNIG

Doris Hönig ist zertifizierte Schreibtherapeutin und begleitet Frauen dabei, durch therapeutisches Schreiben Klarheit, innere Sicherheit und eine tiefe Verbindung zu sich selbst zu finden.

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